Methodik

Klartext Regulierung berechnet die jährlichen Bürokratiekosten für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland. Hier erklären wir, woher die Zahlen kommen, wie wir rechnen und wo die Grenzen liegen.

Datenquellen

Alle Daten stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Wir verwenden keine internen Unternehmensdaten und erheben keine eigenen Umfragen.

Nationaler Normenkontrollrat (NKR)

Jahresbericht 2025 — Erfüllungsaufwand pro Gesetz, 64 Mrd. EUR Gesamtkosten

normenkontrollrat.bund.de

KfW Mittelstandspanel

Fokus Nr. 495, April 2025 — 7% der Arbeitszeit, 61 Mrd. EUR Personalkosten, 32 Std/Monat

kfw.de

ifo Institut

Studie Nov 2024 — 146 Mrd. EUR Gesamtkosten inkl. indirekter Effekte, 6% vom Umsatz

ifo.de

IAB-Stellenerhebung

Q1/2025 — 325.000 neue Stellen für Bürokratie, DSGVO 68% betroffen, 9.209 Betriebe befragt

iab.de

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Bürokratiekostenindex, Monatswerte 2012–2025, Basis 2012=100

destatis.de

DIHK / KMU-Berater

Gastgewerbe-Studie — 125 Vorschriften, 2,5% vom Umsatz, 12.000–60.000 EUR/Jahr

dihk.de

IfM Bonn

Materialien 307/2024 — Bürokratiekosten 1,3–6,3% vom Umsatz je nach Unternehmensgröße

ifm-bonn.org

IMPULS-Stiftung / IfM

Maschinenbau-Studie 2025 — 3.900 Vorgaben erfasst, 6,3% Umsatz bei kleinen Firmen

impuls-stiftung.de

DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft)

Blitzumfrage 2024 — 3 Std/Tag Dokumentation pro Pflegekraft

dkgev.de

Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV)

Gebührentabellen A–D, seit Juli 2025 aktualisiert (+10–15%)

gesetze-im-internet.de/stbgebv

BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel)

Beitragsfuß 2025: 0,3334, Gefahrklasse Gastgewerbe: 2,94

bgn.de

DGUV Vorschrift 2

Einsatzzeiten Betriebsarzt + Sifa: 0,5–2,5 Std/MA/Jahr je Betreuungsgruppe

dguv.de

Einzelrecherchen

DSGVO-Kosten, VerpackG, ElektroG, CSRD/ESG, Zeiterfassung — jeweils mit Quellenangabe


Drei Stufen der Datenqualität

Nicht alle Zahlen sind gleich belastbar. Deshalb kennzeichnen wir jeden Kostensatz mit einer von drei Qualitätsstufen. Diese Badges sind in der Vorschriften-Tabelle jeder Berechnung sichtbar.

GebührAus Gebührenordnung oder Preisliste

Der Euro-Betrag stammt direkt aus einer offiziellen Gebührenordnung (z.B. StBVV für Steuerberater-Kosten), einer veröffentlichten Preisliste (z.B. Lohnbüro-Preise bei lobu-office.de) oder einem gesetzlich festgelegten Beitragssatz (z.B. BGN-Beitragsfuß). Diese Zahlen sind am verlässlichsten.

Aktuell: 100 von 297 Kostensätzen (34%)

HochrechnungBerechnet aus Stundensatz × Aufwand

Der Zeitaufwand ist belegt (z.B. "täglich 10–15 Min HACCP-Dokumentation" aus IHK-Merkblatt), und wir rechnen ihn mit dem durchschnittlichen Personalkosten-Stundensatz hoch. Die Stundenzahl ist solide, der Euro-Betrag ist eine Hochrechnung.

Aktuell: 68 von 297 Kostensätzen (23%)

SchätzungGrobe Schätzung ohne direkte Quelle

Für diese Vorschrift gibt es keine öffentlich verfügbare Kostenerhebung. Der Betrag basiert auf Erfahrungswerten, vergleichbaren Vorschriften oder Branchendurchschnitten. Diese Zahlen sind am unsichersten und dienen als Größenordnung, nicht als exakter Wert.

Aktuell: 129 von 297 Kostensätzen (43%)


Wie wir rechnen

1. Basiskosten

Jede Vorschrift hat einen festen Jahresaufwand in Stunden und Euro. Dieser gilt unabhängig von der Mitarbeiterzahl (z.B. Jahresabschluss, Verarbeitungsverzeichnis, Gewerbeanmeldung).

2. Skalierung mit Mitarbeitern

Manche Kosten steigen mit der Mitarbeiterzahl — z.B. Lohnabrechnung, Unterweisungen, BG-Beiträge. Wir verwenden einen Skalierungsfaktor pro Vorschrift (z.B. 1,0 = linear, 0,5 = degressiv).

3. Schwellenwerte

Ab bestimmten Mitarbeiterzahlen kommen neue Pflichten hinzu (z.B. Datenschutzbeauftragter ab 20 MA, NIS-2 ab 50 MA). Diese werden separat ausgewiesen.

4. Branchenfilter

Allgemeine Vorschriften (Steuern, DSGVO, Arbeitsschutz) gelten für alle Branchen. Branchenspezifische Vorschriften (HACCP für Gastro, DGUV V3 für Elektro, QM für Pflege) werden nur bei der passenden Branche addiert.

5. Rechtsform

GmbH/UG haben zusätzliche Pflichten (Körperschaftsteuer, Handelsregister, Bundesanzeiger-Offenlegung), die Einzelunternehmen nicht betreffen.


Was diese Seite NICHT kann

Keine individuellen Kosten. Die Zahlen sind Durchschnitte und Schätzungen. Ihre tatsächlichen Kosten hängen von Ihrem Steuerberater, Ihrer Region, Ihrem konkreten Geschäftsmodell und vielen anderen Faktoren ab.

Keine Rechtsberatung. Wir ersetzen keinen Steuerberater, Anwalt oder IHK-Berater. Für verbindliche Auskunft wenden Sie sich an Ihre zuständige Kammer.

Nicht vollständig. Es gibt in Deutschland tausende regulatorische Anforderungen. Wir bilden die wichtigsten 287 ab — nicht alle. Branchenspezifische Nischen-Vorschriften fehlen möglicherweise.

Zeitpunkt-Abhängig. Gesetze ändern sich. Unsere Daten basieren auf dem Stand 2025/2026. Wir aktualisieren regelmäßig, können aber keine Echtzeit-Aktualität garantieren.


Plausibilitätsprüfung

Wir haben unsere Ergebnisse gegen folgende externe Studien geprüft:

KfW: 7% der Arbeitszeit = ca. 32 Std/Monat bei KMU. Unser Rechner: Gastronomie 5 MA = 532 Std/Jahr = 44 Std/Monat. Liegt etwas höher, weil Gastro überdurchschnittlich reguliert ist. ✓ Plausibel

DIHK Gastgewerbe: 12.000–60.000 EUR/Jahr. Unser Rechner: Gastronomie 1 MA = ~18.000, 5 MA = ~28.000, 50 MA = ~153.000 EUR. ✓ Innerhalb der Bandbreite

IfM Bonn: 1,3–6,3% vom Umsatz. Bei 250k Umsatz und 28.000 EUR Bürokratiekosten = 11,2%. Liegt über dem IfM-Schnitt, aber IfM-Studie bezieht sich auf Maschinenbau (weniger reguliert als Gastro). ○ Am oberen Rand

NKR-Durchschnitt: 64 Mrd. / 30 Mio. Erwerbstätige = ~2.100 EUR/Kopf. Unser Rechner bei 50 MA: 2.800–8.500 EUR/Kopf. KMU liegen erwartungsgemäß über dem Gesamtschnitt (Fixkosten-Effekt). ✓ Plausibel

Fehler gefunden? Wenn eine Zahl falsch ist oder eine wichtige Vorschrift fehlt, melden Sie es uns über das Kontaktformular. Wir korrigieren zeitnah.